Halldór Guðmundsson

english version on klick or scroll downHalldór Guðmundsson wurde 1956 in Reykjavík geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und war Verlagsleiter von Islands größtem Verlag. Seine Biographie über Halldór Laxness wurde mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet.

In Wir sind alle Isländer zeigt Guðmundsson, dass Island kein Einzelfall ist, sondern vielmehr erstes Indiz einer globalen Entwicklung. Er ist kein Ökonom, bezeichnet sich selbst als „keinen Sachverständigen auf diesem Gebiet“. Vielleicht überzeugt seine Darstellung gerade deshalb. Weder wiederholt er die Phrasen, die man aus den Pressekonferenzen und Stellungnahmen der Politiker kennt, noch flüchtet er sich in unverständlichen Fachjargon. Portraits von zehn verschiedenen Isländern stützen seine Analyse. Sei es die Aussage eines Architekten, einer Politikerin oder einer Kindergärtnerin – die Interviews zeigen eindringlich, wie die Finanzkrise in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens der Insel hineinwirkt.

In Mamutschkas Lebensrezepte erzählt die abenteuerliche Lebensgeschichte der Marianne Kowalew, die in ärmlichen Verhältnissen an der Grenze zu Weißrussland aufwuchs, von zu Hause weglief, sich in den Spross einer reichen Industriellenfamilie in Vilnius verliebte und mit ihrem Mann Ende des Zweiten Weltkrieges nach Frankfurt flüchtete, wo sie von den Deutschen verhaftet wurde. Kurz nach der Geburt ihres einzigen Sohnes Peter früh Witwe geworden, eröffnet „Mamutschka“, wie sie von allen genannt wird, 1955 zusammen mit ihrem damaligen Liebhaber ihr erstes Restaurant in Frankfurt, die Gräfin Mariza. Es ist die Zeit der Edelnutte Nittribitt, und es geht hoch her in der Stadt. Binnen kurzem haben Mamutschka und ihr Freund das gesamte Vermögen verspielt – sie muss sich als Küchenhilfe über Wasser halten. Ende der sechziger Jahre eröffnet sie dann, zusammen mit ihrem Sohn Peter, das legendäre Scarlet Pimpernel in der Krögerstraße 7. Anfangs verkehren dort meist Studenten und Künstler, später – das Haus ist inzwischen für seine polnischen Feste berühmt – kommen auch bekannte Gäste aus dem Geschäfts- und Musikleben, von Ray Charles bis zu den Rolling Stones, auch Cliff Richard sowie Josef Neckermann waren mal bei Mamutschka zu Gast …

  • Sonntag, 03.10.2010 | 14.00 Uhr | Café Naschwerk
    Halldór Guðmundsson: Wir sind alle Isländer und Mamutschkas Lebensrezepte

Update: Wie die Verlagsgruppe Random House mitteilt, musste der Erscheinungstermin von Halldór Guðmundssons Mamutschkas Lebensrezepte vom 04. Oktober auf Ende November verschoben werden. Bei vielSeitig wird der Autor aber dennoch einen Vorgeschmack auf sein neuestes Buch geben und auch seine bisher in Deutschland erschienenen Werke Wir sind alle Isländer und Halldór Laxness. Eine Biographie vorstellen.

 

 

Halldór Guđmundsson was born in Reykjavik in 1956. He studied Literature and was the manager of Iceland’s largest publishing house. His biography of Halldór Laxness was decorated with the Icelandic Literature Prize.
In “Wir sind alle Isländer” (We are all Icelanders) Guđmundsson shows that Iceland is not a unique case but rather a first indication of a global development. He is not an economist and calls himself “not an expert in this field”. Maybe this is why his account is so convincing. He neither repeats the phrases that are well-known from press conferences and statements of politicians, nor does he revert to incomprehensible jargon. Portrayals of ten different Icelanders support his analysis. Be it the statement of an architect, a politician or a kindergarden nurse – the interviews show vividly how the financial crisis has affected all areas of social life on the island.
In “Mamutschkas Lebensrezepte” (Mamutschkas Life Recipes) he narrates the adventurous story of Marianne Kowalew, who grew up in poor conditions near the border with Belarus, ran away from home, fell in love with the rich scion of an industrialist family in Vilnius, and fled with her husband to Frankfurt at the end of World War II, where she was arrested by the Germans. Widowed shortly after the birth of her only son Peter, “Mamutschka”, as everyone calls her, opens her first restaurant, the “Gräfin Mariza”, in Frankfurt in 1955 together with her then lover. It is the time of the high-class tart Nittribitt, and there are lively goings-on in the town. Within a short time Mamutschka and her friend have gambled away their whole fortune, and she has to work as a kitchen help to keep her head above the water. At the end of the 60s she opens the legendary “Scarlet Pimpernel” in Krögerstraße 7, together with her son Peter. At the beginning it is frequented mainly by students and artists, later – the house is by then famous for its Polish parties – it is visited also by famous guests from the business and music scenes, from Ray Charles to the Rolling Stones, also Cliff Richard and Josef Neckermann were once guests of Mamutschka.

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