Sonntag, 08.11.2026


  • 10.30 Uhr | Kulturhaus Lÿz
    Thomas Raab
    VERLESUNG – und andere Peinlichkeiten
    Eine literarisch-kabarettistische Matinee

    Seit 18 Jahren fährt Thomas Raab mit seinen Kriminalromanen (Metzger-Reihe, Huber-Reihe, STILL) durch die Lande, setzt sich auf Bühnen, schlägt seine Bücher auf – und kommt dabei immer weniger zum Lesen. Weil das Dazwischen einfach so viel mehr Spaß macht. Das freie Erzählen. Das G’schichtl-Drucken. Das Abschweifen. Das gemeinsame Lachen. Der direkte Austausch mit dem Publikum. Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Krimipreis sowie mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur für Der Metzger kommt ins Paradies, erfüllt er sich den lang gehegten Wunsch, genau das zum konzeptionellen Kern seines Bühnenprogramms zu machen: ein literarisch-kabarettistisches Soloformat jenseits der klassischen Autorenlesung, eben VERLESUNG – und andere Peinlichkeiten.
    Im Lÿz sitzt Thomas Raab also auf der Bühne und plaudert, und zwar aus dem viel bemühten Nähkästchen: vom Schreiben und Scheitern, von gestrichenen Textstellen, besonders misslungenen veröffentlichten Sätzen, hanebüchenen Recht­schreib­fehlern … von peinlichen Momenten, die nie im Buch standen. Von Lesungen, bei denen alles schiefging und von den Absurditäten des Literaturbetriebs.
    VERLESUNG ist keine klassische Lesung und kein Kabarett mit Gag-Dauerfeuer, sondern ein persönlicher, sehr komischer Morgen zwischen Literatur, Selbstentlarvung und Erzählen über das Leben eines Autors, der eigentlich nie einer werden wollte (Legastheniker. Deutsch zu Schulzeiten: schwierig) und der trotzdem seit 18 Jahren unterwegs ist – mit mehr Geschichten im Gepäck, als in Bücher passen…
    Eintritt: 10,- €  [Tickets online]


  • 11 Uhr | Kaffeerösterei Pagnia
    KosmoPOLINNEN VI
    Simone Falk & Miriam Burdelski
    Eine Reise nach Polen und zurück in die Vergangenheit

    Sie fahren nach Polen, entdecken Landschaften und Städte, essen Żurek und fallen dabei vom Himmel, staunen am endlosen Ostseestrand und denken sich: „Ist doch schön hier.“ Wer einmal östlich der Oder unterwegs war, kennt solche Momente. Die Festivalreihe KosmoPOLINNEN lädt mit den Autorinnen Simone Falk und Miriam Burdelski zu literarischen Polenreisen ein. Ihre Romane erzählen von Begegnungen, Erinnerung und Identität – und von der Suche nach dem, was Heimat bedeuten kann. Die Reisen führen ins Polen von heute ebenso wie in die gemeinsame deutsch-polnische Vergangenheit mit Erfahrungen der Flucht und Vertreibung von damals. Schmerz, Melancholie, Humor und Sinnlichkeit liegen dabei oft nah beieinander.
    In Simone Falks Roman begegnen sich im Berlin–Warszawa-Express Menschen, deren Wege sich auf überraschende Weise kreuzen. Nicht zuletzt die polnische Küche spielt dabei eine bedeutende Rolle. Miriam Burdelski erzählt von zwei Frauen, die den Spuren ihrer Familiengeschichte ins ehemalige Preußen folgen. Die Reise wird zu einer Annäherung an fast vergessene Erinnerungen und eröffnet neue Perspektiven und Sichtweisen auf Vergangenheit und Gegenwart.
    Begleitet wird die Polenreise-Matinee von Dr. Natasza Stelmaszyk, die seit den 1980er-Jahren zwischen Polen und Deutschland, ihren Sprachen und Literaturen lebt. Bei Kaffee und Kuchen wie im polnischen Zugrestaurantwagen heißt es also: Neugier einpacken, Ticket lösen und einsteigen – wir fahren pünktlich von der Haltestelle Kaffeerösterei Pagnia ab.
    Dobrej podróży – Gute Reise!
    Eintritt: 10,- €  [Tickets online]


  • 14 Uhr | Volksbank
    Volker Wissing
    Verantwortung
    Ein Plädoyer gegen Radikalisierung und ein Appell,
    Verantwortung zu übernehmen

    In einer Zeit politischer Lagerbildung zeigt Volker Wissing in Verantwortung, wie eine erfolgreiche demokratische Debatten­kultur aussehen müsste – und wie weit wir davon entfernt sind. Er berichtet aus den Schaltzentralen in Berlin und zeichnet ein Bild tiefer Zerwürfnisse und Grabenkämpfe, aber auch von demokratischer Haltung, wenn es wirklich zählt. Mit präziser Sprache, klaren Analysen und einem einzigartigen Blick hinter die Kulissen zeigt Wissing, warum Politik mutige Entscheidungen und gegenseitigen Respekt braucht.
    Dr. Volker Wissing war nach Jurastudium und Promotion als Richter und Staatsanwalt tätig. Von 2004 bis 2013 saß er für die FDP im Deutschen Bundestag. Im Dezember 2021 wurde er Bundesminister für Digitales und Verkehr und ab 2024 und 2025 zusätzlich Bundesminister der Justiz. Im Zuge des Bruchs der Ampelkoalition trat er im November 2024 aus der FDP aus, blieb jedoch als parteiloser Minister in der Bundesregierung tätig.
    Mit Dr. Volker Wissing spricht Professor Dr. Niels Werber. Er ist Sprecher des interdisziplinären DFG-Sonderforschungsbereiches Transformationen des Populären an der Universität Siegen, der die soziale Verteilung von Beachtung und den Zusammenhang von Populismen und Popularität erforscht.
    Eintritt: 10,- €  [Tickets online]


  • 15 Uhr | Kulturhaus Lÿz
    Ursula Poznanski
    Canvas – Fortsetzung des Near-Future-Thrillers Cryptos, für Menschen ab 12 Jahren

    Janas neueste Welt ist eine digitale Jobbörse für Arbeiten, die niemand machen will, die aber das System am Laufen halten. Als Entlohnung winken neue Pässe für die schönsten Welten von Mastermind. Denn seitdem die Erde für ein Leben zu heiß geworden ist, verbringen die Menschen ihre Tage überwiegend im Virtuellen. Nur eine kleine privilegierte Elite, zu der auch die Gründerfamilie von Mastermind gehört, genießt das milde Klima in den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde. Doch je tiefer Jana in die Strukturen von Mastermind hineingezogen wird, desto klarer wird: Hinter der Fassade brodelt Widerstand. Und die Privilegierten verteidigen den Status quo mit allen Mitteln.
    Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache. Ihren literarischen Durchbruch hatte sie 2010 mit dem Roman Erebos, der mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Seitdem ist sie mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits fünf Millionen Exemplaren verholfen.
    Eintritt: 5,- € [Tickets online]


  • 16 Uhr | Dunkelcafé
    Rike Scheffler
    Echoes from the Future
    Eine artenübergreifende Poesie-Konzert-Performance

    Echoes from the Future ist ein vibrierendes Konzert-Ritual aus einer möglichen Zukunft. Stimmen von Menschen, Vögeln, Füchsen, Vulkanen, Gletschern und KI verweben sich in ihr zu Chören und Echos artenübergreifender Gemeinschaft. Mit ihrer Poesie-Konzert-Performance schafft Dichter*in und Musiker*in Rike Scheffler poetisch-klangliche Visionen, musikalische Rituale des Übergangs, in denen sinnliche Verse und eindringliche Klänge möglicher Zukünfte als Echos in die Gegenwart schallen.
    Echoes from the Future erforscht zärtliches, ökofeministisches, spekulatives Leben in artenübergreifender Gemeinschaft. Scheffler kollaboriert hierfür mit isländischen mehr-als-menschlichen Agent:innen und Künstlicher Intelligenz. Sie queert, demokratisiert und animalisiert Technologie und lädt ein, sich miteinander vertraut zu machen. Mit Stimme, Effektgeräten und Synthesizer und in musikalischer Zusammenarbeit mit dem multimedial arbeitenden Künstler Robert Lippok öffnet Scheffler klangliche Tore zu einer spekulativen Zukunft, in der die Grenzen zwischen Natur und Kultur, Mensch, Maschine, Tier, belebter und unbelebter Materie schon vor langer Zeit verschwammen.
    Die Gedichte der Performance basieren auf Schefflers spekulativem Lyrikband Lava. Rituale (kookbooks, 2023) und erscheinen wie aus einer Zukunft überlieferte Fragmente – und lassen erahnen, wie zärtlich das Leben auf unserem Planeten sein könnte, so wir denn unser menschliches Handeln und Wirken im Heute radikal verändern und umgestalten.
    Anlässlich des vielSeitig-Festivals realisiert Rike Scheffler Echoes from the Future gemeinsam mit der Toningenieurin Miche Moreno. Im besonderen Rahmen des Dunkelcafés entsteht die Arbeit bei nur leisem Restlicht: ein Raum, in dem sich die Aufmerksamkeit ganz auf die Stimme und den Klang verlagert und das Hören selbst zur körperlichen Erfahrung wird.
    Eintritt: 5,- € / Hinweis: Das Dunkelcafé ist nicht barrierefrei! [Tickets online]


    18 Uhr | Noûs – Meze Bar Restaurant
    Johanna Sebauer
    Das Gurkerl und Popóm
    Ein hundsgeschissenes Gurkerl und die Suche nach dem eigenen Leben

    Sommerzeit in den Wiener Zeitungsredaktionen. Ein bedeutender Chefredakteur schreitet zur Zubereitung seines Frühstücks. Beilage: knackige Gurkerl. Als er hineinbeißt, spritzt ihm das Essigwasser ins Auge. Das Geschrei ist groß, der Chefredakteur kurz vor der Erblindung! Der Zwischenfall zieht Kreise: Aus dem Missgeschick wird eine Kolumne, es folgen Leserbriefe, Interviews und eine öffentliche Debatte. Gurkerl werden verboten, Proteste formieren sich, die Redaktion spaltet sich in Lager. Mit beißender Ironie kommentiert Johanna Sebauer mit Das Gurkerl, kongenial illustriert von Nikolaus Heidelbach, unsere heutige Empörungskultur.
    Seine Endzwanziger hat sich Hendrik Popom anders vorgestellt. Nichts will ihm so richtig gelingen. In seinem Agenturjob sitzt er seine Zeit ab, mit seiner Freundin lief es schon einmal besser. Dann ist da plötzlich dieser Mann – Popóm. Er ist fast doppelt so alt und dennoch weiß Hendrik: Dieser Mann bin ich. Popóm ist eine Geschichte über die Sehnsucht nach Nähe in Zeiten der Vereinzelung und über die Suche nach einem Leben, das wirklich das eigene ist.
    Johanna Sebauer hat Politikwissenschaften und Journalismus studiert und lebt als freie Schriftstellerin im Burgenland. Sie hat Kurzgeschichten sowie Essays in mehreren Anthologien veröffentlicht. Ihr Roman Nincshof wurde mit dem Debütpreis des
    Harbour Front Literaturfestivals Hamburg 2023 ausgezeich­net. Das Gurkerl gewann den 3sat-Preis und den Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb 2024.
    „Sebauer beweist, dass Literatur unterhaltsam und lustig und dennoch bedeutsam sein kann.“ (aus der Jury-Begründung des Bachmann-Wettbewerbs)
    Eintritt: 10,- € [Tickets online]


  • 20 Uhr | Kulturhaus Lÿz
    Roman Knižka & OPUS 45
    „Es war Mord!“ – Wahre Verbrechen der Zeitgeschichte
    Ein True-Crime-Konzertabend

    Wahre Verbrechen sind mehr als Kriminalfälle. Sie markieren Bruchstellen der Geschichte – dort, wo Macht auf Widerstand trifft und Wahrheit lebensgefährlich wird. In „Es war Mord!“ verbindet Roman Knižka True Crime mit Zeitgeschichte und Musik zu einem eindringlichen Konzertabend. Mit großer Präzision und erzählerischer Präsenz führt er durch vier reale Verbrechen des 20. Jahrhunderts:
    Fall 1: der Mord an Reichsfinanzminister Matthias Erzberger († 1921)
    Fall 2: Rechtsanwalt Hans Litten († 1938) – der Mann, der Adolf Hitler herausforderte
    Fall 3: das tragische Sterben von Petra Kelly und Gert Bastian († 1992)
    Fall 4: das Attentat auf die Journalistin Anna Politkowskaja († 2006)
    Das Bläserquintett OPUS 45 macht mit der Musik von Klaus Doldinger (Tatort), Henry Mancini (The Pink Panther), John Barry (James Bond), Felix Mendelssohn Bartholdy, Johann Sebastian Bach und anderen die Dramatik der Fälle spürbar.
    Roman Knižka zählt zu den bekanntesten Gesichtern deutscher Film-, Kino- und Theaterproduktionen. Wie in Tatort, Polizeiruf 110, Nord bei Nordwest und der Netflix-Serie Dark verbindet er auch in „Es war Mord!“ seine markante Stimme mit einer intensiven Bühnenpräsenz und lässt die historischen Personen eindrucksvoll lebendig werden. Die Musikerinnen und Musiker von OPUS 45 spielen in führenden Orchestern wie der Hamburgischen Staatsoper, der Dresdner Philharmonie und der NDR Radiophilharmonie Hannover. Mit „Es war Mord!“ feiern OPUS 45 und Roman Knižka ihre True Crime-Premiere.
    Eintritt: VVK 24,- € / AK 26,- € / erm. 20,- € / 585 [Tickets online]


     

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