Café-Lesungen

Helen FitzGerald liest am Sonntag, 03. Oktober im Rahmen von vielSeitigvielSeitig Kapitel 2: Café-Lesungen laden zum Literaturgenuss ein
Siegen, 30.07.2010. Kapitel 1 von vielSeitig schreiben vom 01. bis 03. Oktober Autoren und Interpreten wie Gianluigi Nuzzi, Marius Szczygiel und Rufus Beck im Kulturhaus Lÿz. Einen weiteren europäischen Zungenschlag bringen in Kapitel 2 junge und neue literarische Stimmen aus ganz Europa in die Region. In mehreren Cafés und Kneipen ist internationale Poesie und Prosa buchstäblich zum Greifen nah, wenn Helen FitzGerald, Jonas T. Bengtsson und weitere Autorinnen und Autoren mit ihren Lesern auf Tuchfühlung gehen. Am ersten Oktoberwochenende heißt es also „Literatur live“ in Siegens City!Den Auftakt der Café-Lesungen macht am Freitagabend (01. Oktober) Ralf Sotscheck. Der aus Dublin kommende Autor liest im passenden Ambiente des Irish Pub Shamrock in der Hindenburgstraße aus seinem Buch Nichts gegen Iren. Mit lakonischem Humor und getreu dem Motto „Guinness is good for you“ schildert er die Eigenheiten und sympathischen Macken der Insulaner und knüpft da an, wo Heinrich Bölls Irisches Tagebuch endet.
Unter dem Titel All you can read lesen am Samstagmittag (02. Oktober) ausländische Studierende der Universität Siegen im Oberstadt-Café Flocke Literatur aus ihrem Heimatland. Im Anschluss daran sind die Dozenten an der Reihe, ihre Vorlesequalitäten unter Beweis zu stellen: Im 7inch in der Alten Poststraße tragen sie ihre Lieblingstexte europäischer Autoren vor.
Am frühen Samstagabend kommt Jonas T. Bengtsson, der Shooting-Star der dänischen Literatur, aus Kopenhagen ins Café Muckefuck in der Hindenburgstraße. In seinem Roman Submarino wirft er einen schonungslosen Blick hinter die Fassade des Wohlfahrtsstaates und der Ferienhausidylle seines Heimatlandes und begibt sich auf eine düstere Reise in die Viertel der Hauptstadt, wo Drogen und Gewalt regieren. Submarino wurde von Thomas Vinterberg (Das Fest) verfilmt und lief zu Beginn des Jahres auf der Berlinale. Für seinen Erstling Aminas Briefe wurde Bengtsson mit dem Dänischen Debütantenpreis ausgezeichnet.
Der literarische Sonntag (03. Oktober) beginnt im Café FÜNF/10 mit einer Matinee: Die Türkin Hatice Meryem liest aus ihrem Buch Hauptsache einen Ehemann, das am 30. September, also aktuell zu vielSeitig, im deutschen Buchhandel erscheint. Mit Witz und Scharfsinn erfindet sie eine Ehe nach der anderen und erzählt mit viel Lebensmut, Aberglaube und Lust über Menschen, die sich neu entdecken. Und über die Fähigkeit zu träumen.
Aus der nordwestlichsten Ecke Europas kommt Halldór Gudmundsson, der am frühen Sonntagnachmittag im Naschwerk aus Mamutschkas Lebensrezepte liest (erscheint ebenfalls fast pünktlich zu vielSeitig am 04. Oktober). Darin folgt er dem Lebensweg der Polin Marianne Kowalew, die eine Odyssee durch das Europa des Zweiten Weltkriegs nach Frankfurt führt, wo sie in den 1960ern das legendäre Scarlet Pimpernel gründet. Doch Gudmundsson, der im vergangenen Jahr mit Wir sind alle Isländer einen Publikumserfolg landete, spricht auch über ein (Is)Land in der Krise und den bisher einzigen Literaturnobelpreisträger der Atlantikinsel, Halldór Laxness.
Weiter geht es am Sonntagnachmittag im 7inch mit dem türkischen Autor Kemal Astare und seinem Buch Die Blumen des Orients duften im Herzen des Okzidents. „Orient und Okzident sind keine Gegensätze. Der Orient spiegelt den schönen Sinn und der Okzident das rationale Wissen“ meint Kemal Astare, erzählt von seinen Erfahrungen mit dem deutschen Alltag und zieht Vergleiche mit dem Morgenland.
Den Reigen der Café-Lesungen beschließt Helen FitzGerald am späten Sonntagnachmittag im Café Flocke. Mit Furchtbar lieb begeistert sie besonders Freunde des schwarzen Humors. Mit viel Witz und einem ungeheuren Drive spinnt die in Schottland lebende ehemalige Sozialarbeiterin im Strafvollzug ein Netz aus Neid, Hass und Liebe, aus dem es für ihre ProtagonistInnen kein Entkommen gibt. Oder doch? Hart, schnell und sexy ist der Erzählton und damit das Markenzeichen des Romans von Helen FitzGerald.

Somit bieten die Café-Lesungen bei vielSeitig einen literarisch-kulinarischen Genuss für Gehör und Gaumen und für jeden Geschmack – vom Krimifan bis zum Liebhaber schwarzen Humors, vom Biertrinker bis zur Cappuccino-Anbeterin.  Der Vorverkauf für vielSeitig beginnt am 30. August über die VVK-Stelle im Lÿz sowie den angeschlossenen Vorverkaufsstellen, unter anderem Siegener Zeitung und die Buchhandlungen MankelMuth.


vielSeitig Chapter 2: Coffeehouse Readings invite you to enjoy literature
Siegen, July 30, 2010 Chapter 1 of vielSeitig is being written in the cultural centre Lÿz from October 1st to 3rd by authors and interpreters like Gianluigi Nuzzi, Mariusz Szczygieł and Rufus Beck. A further European accent is brought to our region in Chapter 2 by young and new literary voices from all over Europe. In several cafés and pubs international poetry and prose will literally be within reach when Helen FitzGerald, Jonas T. Bengtsson and further authors will come into actual contact with their readers. So, on the first weekend in October there is “literature live” in Siegen’s city-centre.
The coffeehouse readings start on Friday evening, October 1, with Ralf Sotscheck. The Dublin author reads from his book “Nichts gegen Iren” (Nothing Against the Irish) in the fitting atmosphere of the Irish pub Shamrock in Hindenburgstraße. With laconic humour and true to the motto “Guinness is good for you” he portrays the peculiarities and pleasant spleens of the islanders, continuing where Heinrich Böll’s “Irisches Tagebuch” (Irish Diary) finishes.
Under the heading “All you can read” foreign students of Siegen University read literature from their home countries in the upper-town Café Flocke on Saturday lunchtime, October 2. After this it will be the turn of the lecturers to prove their reading qualities: In the 7inch in Alte Poststraße they will be reciting their favourite texts by European authors.
Early Saturday night Jonas T. Bengtsson, the shooting star of Danish literature, comes from Copenhagen to Café Muckefuck in Hindenburgstraße. In his novel “Submarino” he throws a merciless look behind the facade of the welfare state and the holiday home idyll of his home country, and he embarks on a dark journey into those quarters of the capital where drugs and violence reign. “Submarino” was turned into a film by Thomas Vinterberg (The Celebration) and was shown at the Berlinale at the beginning of the year. For his first work “Aminas Briefe” (Amina’s Letters) he was awarded the Danish Newcomer Prize.
The literary Sunday, October 3, begins with a matinee in Café FÜNF/10: The Turk Hatice Meryem reads from her book “Hauptsache einen Ehemann” (The Main Thing is a Husband), which appears for sale in German bookshops on September 30, just in time for vielSeitig. With wit and acumen she invents one marriage after the other and tells with lots of superstition, pleasure and the courage to face life of people who discover themselves anew – and of the ability to dream.
From the north-western corner of Europe hails Hallidór Guđmundsson who reads from “Mamutschkas Lebensrezepte” (Mamutschka’s Life Recipes)(also published in Germany almost in time for vielSeitig on October 4) in Naschwerk on early Sunday afternoon. He follows the life of the Polish woman Marianne Kowalew who after an odyssey through the Europe of World War II ends up in Frankfurt where she founds the legendary Scarlet Pimpernel in the 1960s. But Guđmundsson, who had a popular success last year with “Wir sind alle Isländer” (We are all Icelanders), also talks about an (Ice)land in crisis and the only winner of the Nobel prize for literature from the Atlantic island so far, Halldór Laxness.
The Sunday afternoon continues in the 7inch with the Turkish author Kemal Astare and his book “Die Blumen des Orients duften im Herzen des Okzidents” (The Flowers of the Orient Smell in the Heart of the Occident). “Orient and Occident are not opposites. The Orient mirrors the beautiful senses and the Occident the rational knowledge”, says Kemal Astare. He talks about his experiences with German everyday life and draws comparisons with the Orient.

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