Dr. Martin Pollack

Der 1944 im oberösterreichischen Bad Hall geborene Martin Pollack studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte in Wien und Warschau. Seit er von 1987 bis 1998 als Korrespondent des deutschen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ tätig war, arbeitet er als freier Autor und Übersetzer. Zu seinen Werken zählen Anklage Vatermord (2002), Der Tote im Bunker (2004), Von Minsk nach Manhattan. Polnische Reportagen (2006) und Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien (2010). Martin Pollack befasst sich in seinen Büchern mit der Geschichte Polens und Galiziens und wurde 2007 mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er den Georg Dehio-Buchpreis 2010 (Hauptpreis) für sein Gesamtwerk, welches die Jury unter anderem als „einen bedeutenden Beitrag zur Osterweiterung des europäischen Denkens“ bezeichnete. Martin Pollack ist also nicht nur preisgekrönter Übersetzer, sondern auch exzellenter Kenner polnischer Literatur.

Pressestimmen:

„Pollack verbindet unaufdringliche Neugier mit profundem Wissen, Empathie mit der unerlässlichen Distanz des um Gerechtigkeit bemühten Journalisten.“ (Die Welt)

„Was immer Martin Pollack unternimmt, in welche europäische Gegenden er auch reist, es ist eine Suche nach den Spuren der Menschen. […] (Sein) Stil hat eine erzählerische Klarheit, die nie mit dem Ernst seiner Stoffe konkurriert.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Liebes Publikum,
wie kommt es, dass die moderne literarische
Reportage im Nachbarland Polen seit Jahren blüht und gedeiht, während sie in den deutschsprachigen Ländern traurig vor sich hin kümmert? Meines Erachtens können die polnischen Reporter Wlodzimierz Nowak (1958) und Mariusz Szczygiel (1966) eine Antwort auf diese Frage geben. Sie sind zwei herausragende Vertreter dieses Genres, beide beschäftigt bei der großen überregionalen Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“, die seit ihrer Gründung im Jahre 1989 ganz bewusst auf große, anspruchsvolle Reportagen setzt. Nowak und Szczygiel machen es sich zur Aufgabe, jeder auf seine eigene, unverwechselbare Weise, die Gattung jedes Mal neu zu erfinden, ihr neue Formen abzuringen. Dabei verlieren sie sich nie in literarischen Spielereien, sondern schreiben ebenso engagierte wie informative Texte. Meisterhafte Reportagen, die vor der Buchveröffentlichung in der Regel in der Tageszeitung erscheinen. Da können wir uns in Deutschland und Österreich einiges abschauen.
(Martin Pollack)

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