„Die Texte wirken wie eine Droge.“

Schauspieler Armin Nufer empfiehlt die polnischen Reportagen.
Der Schauspieler Armin Nufer ist Fernsehzuschauern u. a. aus Tatort, Ein Fall für Zwei und Die Kommissarin bekannt. Am Samstag, 2. Oktober um 19.30 Uhr übernimmt er im Kulturhaus Lÿz den deutschen Lesepart im Rahmen der Veranstaltung Erzählte Geschichte. Polnische Reporter unterwegs bei Nachbarn mit den beiden Autoren Włodzimierz Nowak und Mariusz Szczygiel und sichert so eine hohe Lesequalität. Auf die Frage, was ihn an Nowaks Die Nacht von Wildenhagen und Szczygiels Gottland so fasziniert, antwortet er:
„Die beiden Bücher von Nowak und Szczygiel haben mir ganz ausgezeichnet gefallen, sie haben mich aber auch sehr verstört, irritiert und – beflügelt. Erstaunliche Erkenntnisse, kleine, fast unauffällige und mitunter witzige Bemerkungen, haarsträubende Informationen – dieses und vieles mehr habe ich beim Lesen der Bücher erfahren. Die Texte der beiden wirken wie eine Droge – man hat eine Geschichte gelesen und ist schon wieder neugierig auf die nächste. Plötzlich glaubt man nicht nur die Polen, sondern auch die Deutschen besser verstehen zu können…“
Neben seinen Auftritten ist Armin Nufer natürlich auch auf verschiedenen Theaterbühnen zu sehen, u. a. im Thalhaus Wiesbaden, bei den Festspielen Oppenheim und im Schauspiel Frankfurt. Neben der Schauspielerei gilt seine Leidenschaft der Literatur.

Über diese Nacht vom 31. Januar 1945 auf den 1. Februar 1945 erzählt uns Adelheit von selbst, wir müssen nicht fragen. Vierzig Jahre lang erzählte sie es nicht, weil in der DDR solche Themen verboten waren.
(Aus Die Nacht von Wildenhagen von Włodzimierz Nowak)

Stalin steht an der Spitze einer Schar von Menschen. In der einen Hand hält er ein Buch, die andere hat er auf seine Brust unter dem Mantel gelegt. […] „Ein einziger Knopf auf seinem Mantel“, so heißt es immer wieder, „soll so groß sein wie ein Leib Brot“. […]. Für das Denkmal sollten Statisten aus den Barradov-Filmstudios Modell stehen. Später erzählte man, der Mann, der Stalin wurde, habe sich zu Tode getrunken. Niemand kannte seinen Namen, ganz Prag nannte ihn nur >Stalin<, das ertrug er nicht.
(Aus Gottland von Marius Szczygiel)

19.30 Uhr, Kulturhaus Lÿz
Wlodzimierz Nowak, Marius Szczygiel :
Erzählte Geschichte. Polnische Reporter unterwegs bei Nachbarn.
Moderiert von Martin Pollack. Deutscher Lesepart: Armin Nufer.

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